Hexenwahn in Schöningen

Durch Zufall gesehen im Kriminalmuseum Rothenburg o.d.T.

Protokoll gegen Catharina Ranzebach, nach ihres Mannes Martens die Martensche genannt – verhandelt im Amt Schöningen 1656. Sie stand unter dem Verdacht der Hexerei.

Auszug aus ihrer Vernehmung vor dem Halsgericht

„…der Teufel wehre zu ihr gekommen im schlafe unnd wenn sie nicht geschlafen hette, solte er sie nacht behalbet haben, sinthemaln ihr vorher für ihm sehr gegrawet unnd hette sich vor ihm gecreuziget und gesegnet. Er hette sich im schlafe über sie gemacht unnd seine schande mit ihr getrieben, sie hette sich nicht wehren können, unnd hette ohngefehr eine halbe viertheilstunde gewehret. Er hette zu ihr gesaget, sie solte sich nicht segnen wenn er kehme, unnd wehre ihr Mann eben nicht zuhause gewesen, sondern hette deß nachts im felde die Ochsen gehütet.. Hernach wehre er zu ihr inn den Garten kommen und hette ihr obereins verboten sie solte sich nicht segnen oder er wolte ihr den halß zerbrechen. Er hette unzucht mit ihr getrieben unnd hette schwarze kleider angehabt, er hieße Onymus. Sie hette ihm müssen zusagen, daß die thun wolte, was er haben wolte, sie solte an Gott nicht glauben, sie hette müssen etliche schrritt zurück gehen unnd die finger aufheben unnd bey ihrer seelen schweren, daß sie mit Gott nicht zuthun haben sondern von ihm ablaßen unnd an ihn den Teufel glauben wolte. Darauf hette er ihr zween pfennige gegeben und ihr versprochensie solte mehr einzukommen haben alß von Gott. Item Sie bekennet, daß er vergangen nacht bey ihr im gefengniß gewesen unnd ihr auf den leib gefallen wehre, sie hette sich aber dem Kreuz gesegnet, daß seine Schande nicht vollbringen können. Item sie gestehet, daß Er sie sie mit dem stricke dempfen wollen,,,“

Das Protokoll des Geständnisses (der „Urgicht“) der Catharina Ranzebach, eine Hexe (Teufelsbuhlerin) zu sein, nach Folterung 1656. Trotz Widerrufs wurde sie aufgrund eines Gutachtens der Juristenfakultät der Universität Helmstedt wiederum gefoltert, legte ein neues Geständnis ab und wurde zum Tode durch Verbrennen verurteilt.
Akt des Amtes Schöningen (Braunschweig)
MKM Inv.Nr. 25212