Bad Helmstedt, Clarabad – Brunnental

Heute habe ich einen Ausflug nach Bad Helmstedt gemacht, auch bekannt als Brunnental und Clarabad. Hier war früher mal ein anerkannter Kurort, doch heute liegt er im Dornröschenschlaf. Abgesehen von einem Schauspielhaus, dem Brunnentheater, und einem Hotel, dem „Quellenhof“ mit Restaurant und Biergarten, gibt es hier augenscheinlich keine weiteren Besuchsanreize. Doch das stimmt nicht ganz, denn eigentlich ist das Brunnental doch ein sehenswertes und durchaus malerisches Fleckchen Erde. Bis vor einigen Jahren hat hier die Stadt Helmstedt noch mit 8 Brunnen ihren Trinkwasserbedarf gedeckt. Der große Clarabad-Teich inmitten des Tals bietet Fischen und Wasservögeln eine Lebensgrundlage und das auch im extrem trockenen Sommer 2018. Das Wasser ist klar, man kann Fische und Nutrias beobachten und es sind schöne Spazier- und Wanderwege mit Bänken vorhanden und große Bäume bieten reichlich Schatten.

Schattige Wege rund um den Clarabad-Teich.

Im Theaterpark sind Skulpturen aus Sandstein von den Velpker Bildhauersymposien aus 1996 und 1998 zu sehen und alte Häuser und Villen säumen die Straße. Die frühere Gaststätte „Klabautermann“ am Ende des Teiches wurde inzwischen abgerissen, durch den langen Leerstand und Grundwasserschäden war das Gebäude marode geworden. Aber ein zaghafter Versuch, das gastronomische Angebot im Brunnental zu erweitern wurde gemacht. Ein kleines „Café Clarabad“ mit Terrasse ist neu entstanden, es öffnet aber erst um 14 Uhr und das war mir zu spät, denn es war Mittagszeit, ich hatte Hunger und ich entschied, zum „Quellenhof“ zu gehen.

Neues Imbiss/Café am Ende des Clarabad-Teiches.

Im „Quellenhof“: Der ansehnliche weitläufige Biergarten wirkte verweist, so dass ich erst an der Hotel-Rezeption fragte, ob der geöffnet ist und ob man auch Essen bestellen kann. Dann nahm ich Platz an einem Tisch unter einer Kastanie und der freundliche Kellner brachte mir die Karte. Das Angebot an Gerichten war klein, die Preise dafür niedriger als ich erwartet habe. Ich bestellte den „Lappwaldteller“, das war Geschnetzeltes in Sahnesoße mit Röstitalern und Gemüse, mit 13,50 Euro das teuerste Gericht auf der Karte. Desweiteren wurden u.a. Schnitzelgerichte von 10 bis 12 Euro angeboten. Ich musste nicht lange auf das Essen warten. Die Portion war groß, doch qualitativ doch sehr einfach. Die Hitze und Konsistenz des Geschnetzelten ließen mich vermuten, dass die Aufwärmung in einer Mikrowelle erfolgte. Die Röstitaler waren typische TK-Handelsware und das wässrige Erbsen-Karotten-Gemüse aus der Dose war nicht gewürzt, darauf ein Klecks helle Soße, auf der Packung stand wohl Hollandaise. Insgesamt war es genießbar, aber eben kein Genuss. Dafür war das „Becks Blue“ schön kalt.

Nach dieser lustlosen Darbietung, wird es schwerfallen, wieder zu kommen. Die Küche des „Quellenhofes“ muss sich schon dem Vergleich mit anderen Ausflugslokalen der Region stellen, wie z.B. dem „Tetzelstein“ und der „Gaststätte Reitling“ im Elm oder der „Schunterquelle„, die mit immerhin hausgemachten Spezialitäten und einem guten Angebot an Torten und Kuchen aufwarten, eben einem zünftigen und schmackhaften Angebot.

Eine inzwischen eingetroffene Gruppe von 11 Senioren brachte den einsamen Kellner ins Schwitzen. Dabei erfuhr ich, dass nur 3 Sorten Kuchen zur Auswahl standen, wegen der wenigen Besucher.

Ich will hier nichts schlecht machen, aber das Potential des Brunnentals ist es schon wert, sich mehr Mühe zu geben. Gastronomie lebt von Kreativität und nicht von Resignation oder Lustlosigkeit. Und was macht eigentlich die Stadt Helmstedt, um das Brunnental mehr in den Fokus von Tagestouristen zu rücken?

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